Erlebnisse auf unseren Runden in den Weinbergen
geschrieben am 15.11.2011 | Kategorie: Sonstiges

 
Unser Auslaufgebiet direkt vom Haus aus führt in die Wein- und Obstwiesen. Leider gehören diese Wege nicht uns alleine. Schon gar nicht, wenn im Frühjahr die erste Sonne scheint oder im Herbst die Leute die Sonne noch einmal genießen wollen. Auch trunksüchtige Jugendliche ‚vergnügen‘ sich in der wärmeren Jahreszeit allzu gerne freitags, samstags oder sonntags nachts im Dunkel, krakelen, saufen Wodka bis zum Umfallen, zünden Gerätehütten an oder demolieren Markierungstafel und Bänke. Und was mich am allermeisten stört – sie lassen nicht nur ihren Müll und ihre Flaschen zurück, nein, diese müssen an Ort und Stelle mutwillig zerschlagen werden. Nicht das erste Mal habe ich Scherben aufgelesen oder war mit dem Schrubber unter der Brücke, wenn’s gar zu heftig war, um die Pfoten unserer Hunde zu schützen. Autofahrer oder Fahrradfahrer können neue Reifen aufziehen. Eine aufgeschlitzte Pfote heilt ewig nicht. Ich wünsche den Hohlkörpern wirklich, dass sie eines Tages voll mit der Fresse in die Scherben hinein knallen...

Samstagmorgen Anfang August, der Tag nach dem die Golfballgroßen Hagelkörner vom Himmel fielen, fanden wir unter der Brücke ein wunderschönes Füchschen am Regenabflussrohr liegen. Es hat noch geatmet und wir sind schleunigst nach Hause zurück, um jemanden zu finden, der es erlösen könnte. Ein Anruf auf dem Handy unserer TA’in – sie war gerade in Frankreich auf der Autobahn – ergab wenigstens den Namen des Wildhüters, der bei uns im Ort wohnt. Die Polizei wusste nicht, wer dies ist, wollte aber jemanden vorbeischicken. Allerdings war auch der Name nicht im Telefonbuch zu finden. Bei der Telefonauskunft bekam ich dann drei Einträge, die ich der Reihe nach abtelefonierte. Samstag – sie rufen außerhalb der Dienstzeit an. Ein weiterer Tierarzt war total überfordert und gluckste nur ... uiuiui! Also wieder den ersten Wildhüter angerufen und auf den AB gesprochen, alles erklärt und um Rückruf gebeten, weil ich für die Zukunft gerne wüsste, an wen ich mich wenden kann. Auf diesen Anruf warte ich noch heute. Das Füchsen lag am späten Samstagnachmittag immer noch. Allerdings war da tot und es war noch verschiedentlich hin und hergeschubst worden. Arme kleine Seele. Gerne hätte ich dir die Spritze zum ruhigen Einschlafen bezahlt.

Vergangenen Samstagmorgen im November liefen wir quer durch die Reben und wollten mal runter zur Bundesstraße schauen, was denn die Baustelle mit dem Hochwasserumleitungsbecken macht. Da standen wir dann vor dem Gehege von 2 Ziegen. Beziehungsweise, der braune Ziegenbock war drinnen und die kleine weiße Ziegendame draußen. Erich wollte die Kleine wieder in ihr Gehege bringen und lief am Hang einmal außen rum – immer im Gefolge der kleinen Weißen außen und dem Bock innen. Alessia war außer sich, zudem sich die Ziegen anscheinend freuten, dass endlich mal einer vorbei kam. Dem Trampelpfad zu urteilen, machte dieses Tier diese Tour des öfteren. An ihr Wasser kam sie allerdings so nicht mehr. Ein Tor gab es keines und auf dem Zaun war Strom, also keine Chance, die Ziege untendrunter durch zu schieben (außerdem rochen die beiden extrem). So entschied er sich, den Berg runter zu laufen zum Aussiedlerhof und ich mit Alessia traten den Heimweg an. Ich musste sie regelrecht abführen. Sie wollte ihren Papi um nicht in der Welt bei diesen Stinkern lassen und bockte alle 50 m und wollte zurücklaufen. Leider kannte im Aussiedlerhof niemand den Namen des Besitzers – wohl aber, dass die Ziegen schon mehrfach ausgebüchst waren. Während des Gesprächs kam ein weiterer Traktor auf den Hof gefahren. Der Mann hält selbst 2 Ziegen in der Nähe und hat den Namen und Telefon-Nr. zuhause, weil sich die fremden Ziegen schon mehrfach in seinem Ziegenpferch sattgefressen hatten. Am späten Nachmittag erreichten wir dann eine Tochter des Besitzers. Wahrscheinlich hüpft sie vom Dach des Verschlags nach draußen, andersrum gings halt nicht mehr. Ja, sie kümmern sich, nachdem Erich gesagt hatte, das wäre ja auch gefährlich wegen der Bundesstraße, an dem das Tier ebenfalls schon gestanden hatte und er jetzt nicht gleich die Polizei rufen wollte! Samstagabend waren die Ziegen beisammen im Pferch und kamen beim Pfiff angelaufen. Sonntagmorgen war wieder eine draußen und einer drinnen und freuten sich, dass der Geißen-Peter wieder nach ihnen pfeift. Erneut angerufen, dieses Mal eine andere Tochter... und Montagmittag sah ich die Ziege den Hang hinunter spazieren Richtung Straße. Was soll man da noch machen – vom Tierschutz beschlagnahmen lassen?

Etwa zur gleichen Zeit hat ein Kleintierzüchter, der etwas außerhalb Hühner und Enten hat, plakatiert, dass ihm jetzt zum wiederholten Male Tiere entwendet wurden. Dieses Mal fehlte der große grau-weiße Gockel... Tja, heute hat Alessia den Gockel, bzw. was nicht zu verwerten war, nämlich der Kopf, gefunden. Und sie hat ihn mir gezeigt und nicht angerührt! So sind wir schnell zurückgelaufen bis zu den Hinweiszetteln und haben den Besitzer angerufen. Der war auch gerade vor Ort, seine restlichen Tiere zu füttern und wir brachten ihn zum Fundort. Kopf mit Hals waren anscheinend verscharrt und ein Hund oder sonst wer hatte ihn wieder freigelegt. Der ehemalige Besitzer glaubt nicht daran, dass der Fuchs den Gockel geholt hat, weil dies dann zwischen 15 und 17 Uhr hätte geschehen müssen und er noch keinen Fuchs gesehen hat, der am hellichten Tage Hühner stielt; geschweige denn, den Kopf und Hals verbuddelt...


 
 
 

Kommentare

Name*
 
E-Mail Adresse*
 
Homepage
 
Dein Kommentar